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Wohltaetigkeitsterroristen

Hurra, hurra, der Daniel schreibt wieder mal, hurra, hurra, der Daniel ist da!

So, hier mal wieder ein erfrischender Mix aus Neuigkeiten, aelteren lustigen Geschichten und Generelles, gewuerzt mit einer Prise Verwirrung (alles so komisch hier ...), einem halben Teeloeffel Wahnsinn (... und vor allem durchgeknallt ...) und einem Eimer Humor (... aber ich lass mir von nichts und niemandem den Spass verderben!)

Als erstes kann ich euch mal sagen, dass ich inzwischen fuer mein Bett Staub sauge und Auto fahre bzw staubsauge und autofahre (ich als Oldskoolrechtschreibreformler darf das so schreiben!), das heisst, dass ich pro Woche 130 Oecken spare. Angefangen hat das Kasperletheater Samstag letzte Woche, als ich endlich nen Platz dafuer bekommen habe - im Atlantis Backpackers. Wir erinnern uns nun eine Minute gemeinsam, was ich im Dezember ueber die geschreiben habe... "Die Uebersicht der Rezeptionisten schien so versunken wie namensgebende Stadt, einzig die Besitzerin wusste eine Antwort." (oder so.)

Ha Ha Ha.

Der Deal lautete wie folgt: ich kann Montag und Dienstag nicht putzen kommen, weil das mein Kellnerjob nicht zulaesst - ich wuerde fuer diese Tage bezahlen - und am Mittwoch zu putzen anfangen. Montagnachmittag kam Sheira - die Besitzerin - hocherzuernt zu mir und fragte mich, was ich denn hier so faul in der Lounge rumsitze?!? "Schach spielen" zog nicht als Antwort, da hab ich ihr den Deal noch mal erklaert. Sie hatte das zwar nicht so in Erinnerung, aber irgendwann fand sie auch, dass ihre Version und unser Schriftverkehr nicht zusammenpassen. Bis Dienstag. Da war sie wieder von ihrer Version der Geschichte ueberzeugt. Und zwar so sehr, dass sie mich wegen Faulheit aus dem Hostel werfen wollte (ich hatte zugegebenermassen auch noch nicht gezahlt, aber ich hatte mit ihr verabredet, dass die ganze Geschichte am Mittwochmorgen auf einen Schlag geklaert wird). Wie auch immer, nach zwei Minuten Dialog war das wieder in Ordnung. Oder doch nicht? Mittwochmorgen stand ich puenklich auf der Matte und bekam dann gesagt, dass ich nicht gebraucht werde. Dankeschoen.

Nachdem ich ihr gesagt habe, was ich von ihrer Kommunikationspolitik halte (naemlich weniger als gar nichts) hat Sheira unter Traenen gesagt, dass sie ein Problem habe: sie koenne nicht Nein sagen. Schade eigentlich. Kurz und knapp: ich putze jetzt in der Sequoia Lodge, da gibt es wenigstens jeden Abend kostenlosen Schokopudding.

 

Letzte Woche hatten wir einen Tisch mit 24 Daemchen mittleren Alters fuer 15 Uhr gebucht. Alle wollten Kaffe. Ich war Barista. So weit besteht ja kein Problem. Der Spass fing an, als sie ihren Zucker schon im Kaffee haben wollten (aber nicht alle), einige wollten fettarme Milch, andere Sojamilch und nochmal andere entcoffeinierten Kaffe (Ueberschneidungen moeglich). Wir befinden uns nun inmitten einer Kaffebestellung, zu der man sogar das Gehirn benutzen muss. Kein Problem, ich habe 2 Liter Milch auf einmal geschaeumt und konnte so 5 Kaffees auf ein Mal rausschicken. Die erste Beschwerde kam nach 7 (sieben, SIEBEN!!!) Minuten. "Where is my Latte? Is it coming?"

Kurzer Einschub: die Maedels, die da an dem grossen Tisch sassen, waren SPEZIELL. Diesen "Typus" Mensch habe ich inzwischen Wohltaetigkeitsterrorist getauft. Das sind die Leute, die fuer Kirchenfestflohmaerkte ihren Speicher ausraeumen und das dann als Charakterzug verkaufen. Und genau die Leute, die dafuer sorgen, dass irgendwelche armen Afrikaner (die auch noch "arme Afrikaner" genannt werden, wie an eben jenem Tisch) nicht verhungern und gleichzeitig Strassenmusikanten verachten weil diese keine "ordentliche" Arbeit haben. Diese zwei/drei Beispiele sind jeweils von Tischen, die ich bedient habe und die sich danach wie eine offene Hose aufgefuehrt haben weil eine Kleinigkeit nicht gestimmt hat. Interessant dabei ist, das Maenner die groesseren ... sind, aber Freuen schlimmer, denn sie reden sich in eine stimmliche Frequenz hinein, die alles durchdringt - und damit schreien sie einem dann auch noch hinterher.

Es wurde aber noch lustiger. Einen Kaffee zu machen, dauert etwa 70 Sekunden, fuer fuenf braucht man nicht mal drei Minuten. Ich hatte eine Warteschlange von etwa fuenfzig Kaffees und sie waren nicht die ersten... :D  Als ich dann die verschiedenen Kafees rausgebracht habe, immer so fuenf, mehr passen nicht aufs Tablett, fanden sie das "excuse me, who did order a Latte?" zu ruede und ausserdem muss ich mir doch merken koennen wer von den 24 Ladies jetzt welche Extrawurst in ihren Kaffee haben will! Spaetestens nach meiner Antwort auf den Kommentar "Der ist jetzt aber nicht so gut wie in Paris, also in Paris, verstehen Sie, in Paris, da habe ich den besten Kaffee meines Lebens getrunken - mit Blick auf den Eiffelturm!" - "Naja, ich koennte ihnen einen Eiffelturm malen, und wollen Sie den Kaffe jetzt reklamieren oder was moechten Sie mir sagen?" war ich bei denen unten durch. Ich hab dann beschlossen, dass mir das egal ist, denn ich war nicht unhoeflich, ich hab sehr gute Kaffees abgeliefert und sie haben auf franzoesich ueber mich geredet. Nicht gerade nett, aber nachdem ich sie dann auf franzoesich verabschiedet habe, hatten einige den Anstand anstaendig rot zu werden. Rache ist Extrawurst!

Naja, alles in allem bin ich relativ entspannt, wenigstens hab ich nen neuen Aufgabenbereich, der auf mich wartet... Und als Bonus bekomme ich Dienstags frei um Tai Chi machen zu koennen. Ich bin seit drei Wochen bei Grossmeister Robert Gemmel im Tai Chi Kurs und das ist so was von entspannend... Das ist super, kann ich nur empfehlen! Er hat gemeint, er bringt mich bis zu meinem Aufbrechen hier aus Picton so in Form, dass ich die erst Form laufen kann. Das waere super, denn ich moechte Tai Chi unbedingt weitermachen. Auch da "werde ich geholfen", Robert Gemmel zapft seine Kontakte an und schaut mal wer sich so in Sueddeutschland rumtreibt grade von seinen Leuten. geilgeilgeilgeilgeil!

Ansonsten faehrt mein Auto grade auf der Suedinsel rum und wird in zwei Wochen von mir gekauft. Dann hab ich auch ein Zelt und einen Gaskocher, die sind da dabei (eine Gitarre ist auch noch dabei, dann hab ich zwei, harhar...?!?) und ich muss mir noch nen Schlafsack besorgen. Ich hab inzwischen viel zu viele Klamotten, die ganzen Hosen, die ich mir gekauft haben sprengen den Rucksack... Da kann ich dann noch was verkloppen bei nem 2nd hand shop oder so - wird schon, bisher hab ich alles ueberlebt. Sogar den table of twentyfour.

 

stay tuned!

28.2.09 02:44
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Brigitte (28.2.09 09:06)
Guten Morgen, Daniel!
Die Story mit den Kaffeetanten ist natürlich heftig. Die Untiefen der menschlichen Verhaltensweisen erschließen sich dir immer mehr scheint mir. Ich würde sagen, reisen bildet. Und neben dem Kaffeejob putzt du jetzt noch an gleicher Stelle? So ganz verstanden habe ich das nämlich nicht.
Bei uns ist jetzt Frühling heute und morgen angesagt, die Sonne ruft und Agnes erstes Volleyballspiel heute nachmittag. Hast du jetzt eigentlich hier in Singen noch Kletterschuhe übrig, dieses Halbjahr klettert sie doch in Sport und braucht noch Schuhe.
herzlichste Grüße
Brigitte


Franziska (28.2.09 17:18)
hi
hört sich super an. auch den leichten stress mit den paar damen. des macht bestimmt unheimlich spass. bei uns sind jetzt leider die ferien rum. naja egal ich werd den letzten rest auch noch überleben.
bis denn
FRANZISKA


(8.3.09 09:03)
Hi
Der ausdruck "speziell" scheint extrem gut zu passen, wenn man darauf bedacht ist extrem hoeflich zu sein.
Das mit dem putzen hab ich nicht so ganz gebblickt...
Mit der kommuinikation scheinen sie es hier allgemein nicht so zu haben. erst mal ja und spaeter nein oder anders rum.
Bei dem Auto ist ein Zelt und Gaskocher dabei? Klingt interessant. Viel Spass dabei

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